Das Rezept zum NDR-Beitrag
in HalloNiedersachsen
Rhabarber-Kompott mit Süßdolde
Myrrhis odorata ist der botanische Name dieser winterharten Wildstaude, die je nach Landstrich vielerlei Volks-Namen trägt, häufig in Anlehnung an Aroma oder Verwendung: Aniskerbel, Spanischer Kerbel, Lebkuchenkraut, Christinelkraut, Sweet Chervil, Sweet Cicely oder Myrrhenkörffel ...

Und - in der Tat - sie ist vielfältig einzusetzen in Garten & Küche.
Als Halbschattenbewohnerin macht sie nach frühem Austrieb im März eine erste Blüte bereits Mitte Mai. Diese sollten sie mitsamt dem frisch-grünen, farnartigen und anisduftenden Laub beherzt beernten - um leckeren Tee zu bereiten oder um Rhabarber-Mousse und Marmelade zu kochen. Beherzt meint, kräftig zurückschneiden - und nur wenige - nicht blühende - Triebe stehen lassen.
Süssdolde neutralisiert Fruchtsäure und läßt so eine Zubereitung von Fruchtkompotten mit deutlich weniger Zucker zu.
Das ist nicht nur gesund, das schmeckt auch noch pfiffig!

Von Süssdolde lassen sich tatsächlich alle Teile verwenden!
Für unsere Rezepte ersetzen wir ein Viertel des Zuckeranteils durch 250 g frische Stiele und Blätter je kg Zucker.
Die pastinaken-ähnlichen Wurzeln enthalten ebenso Aromastoffe wie die Samen: unreife, grüne Saat wird genascht, selbst die reifen, schwarzen, länglichen Samen können im Mörser zerstößelt werden ...
Doch die Samen reifen erst nach der nächsten Blüte, diese erscheint, nachdem das neue Blattgrün wieder zu einer üppigen Staude herangewachsen ist.
Und bevor Sie der Pflanze gestatten, ihr Jahresziel: Blüte & Frucht zu erreichen, schneiden Sie sie wiederum kurz über'm Boden ab - denn dann ist Erdbeerzeit und auch hier ist Süßdolde unschlagbar in Eis und Marmelade.
Sie ahnen es schon? Der dritte Austrieb ist just schnittreif, wenn die Stachelbeeren dick und saftig an den Zweigen hängen ... Macht nix, Myrrhis macht das mit!
Lassen Sie erst von den Spätsommerblüten einige zum Samen reifen. All die länglichen Schötchen, die Sie nicht vernaschen, fallen zu Boden und keimen im Frühjahr, allerdings erst nach einer winterlichen Frostkur. Als klassische "Wechselkaltkeimer" haben sie schon manchen GrünenDaumen zur Verzweiflung gebracht - Süssdolden brauchen Wärme zum Quellen, Frost zum Brechen der Keimruhe und dann Frühlingswärme zum Keimen ...

Rhabarber-Kompott
Man nehme
500 g Rhabarber in Würfeln
150 g (Rohr)Zucker
150 ml Roten Traubensaft
2 EL Geliermittel (Konfigel od. Maisstärke)
ca 50 g Süßdolde (frische Blätter & junge Stengel),
fein geschnitten
Rhabarber mit Traubensaft etwa 5 min weichdünsten.
Zucker mit Geliermittel mischen und hinzufügen.
Mischung kurz schäumend aufkochen.
Abschließend die Süßdolde unterrühren, vom Herd nehmen
und 2 Std durchziehen lassen.
herb's wünscht Garten Appetit!
